2023-01-03

Ch 7 – The request of the Zebedees

105

7.

Die Bitte der Zebedäiden.

7.

The request of the Zebedees.

105 Das steht fest: — wenn Marcus berichtet, daß die Kinder Zebedäi selbst und unmittelbar sich an den Heren wandten und um die Sitze zu seiner Rechten und Linken baten, Matthäus dagegen die Sache so darstellt, daß ihre Mutter für sie ihre Bitte ausgesprochen, so hat der Letztere dieses lebendige Bild nicht selbst erfunden. Achten wir vielmehr darauf, wie er unmittelbar darauf in das Geleise der Voraussetzung und Darstellnng fällt, die wir in der Schrift des Marcus finden, wie er Jesum trotzdem, datz die Mutter fuskfällig vor ihm liegt (C. 20, 22), so sprechen läßt, als ob die Zebedäiden unmittel-bar die Bitte vorgetragen hätten — „ihr wißt nicht, was ihr bittet” — so kann es uns nicht zweifelhaft seyn, daß er hier wie anderwärts die Voraussetzungen und Wendungen zweier Quellenschriften ineinanderwirrt. This is certain: – if Mark reports that the children of Zebedee themselves and directly turned to the Lord and asked for the seats on his right and left, while Matthew presents the matter in such a way that their mother made her request on their behalf, the latter did not invent this vivid image himself. If we pay attention to the way in which he immediately follows in the path of the presupposition and representation that we find in the writing of Mark, how he lets Jesus speak in spite of the fact that because the mother has fallen down before him  (C. 20, 22), as if the Zebedees had immediately made the request – “you do not know what you are asking” – then it cannot be doubtful to us that here, as elsewhere, he intertwines the presuppositions and turns of two source writings.
105/106 Fraglicher ist es, welche von jenen beiden Anschauungen die ältere ist, welche dem Urbericht angehört. Daß die Mutter der Zebedäiden vor Jesu niederfällt und für ihre Söhne um die Thronsitze zu seinen beiden Seiten anhält, ist Nachbildung jener Situation, wir sich Bathseba vor David niederwirft und die Thronfolge für ihren Sohn Salomo in Anspruch nimmt (1. Kön. 1, 16. 17) — könnte also auch eine jener Nachbil-dungen des alttrstamentlichrn Geschichlstypus seyn, die wir in einer ansehnlichen Reihe von Erzählungsstücken des Urevange-liums vorgefunden haben. Doch wir können es, ohne daß wir deshalb nachtheilige Folgerungen für unsere Kritik zu befürchten brauchen, immerhin eingestehen, daß wir die Form des Urbe-richts nicht sicher bestimmen können. Die Analogie mit andern Nachbildungen des alttestamentlichen Geschichlstypus macht uns dazu geneigt, uns für die Situation, die Matthäus im Eingang« seines Berichts aufstellt, zu entscheiden — die Zweckmäßigkeit dagegen, die der unmittelbaren Richtung der Antwort Jesu auf die beiden Zebedäiden nicht abzusprechen ist, der Umstand vor-nehmlich, daß sich der nachherige Unwille der Jünger auf die Voraussetzung gründet, daß die beiden Ehrgeizigen sich persön-lich an ihren Meister gewandt hatten, muß uns wieder schwan-kend machen und für den Bericht des Marcus umstimmen It is more questionable which of these two views is the older, which belongs to the original account. The fact that the mother of the Zebedees prostrates herself before Jesus and asks for the throne on both sides for her sons is an imitation of the situation when Bathsheba prostrates herself before David and claims the throne for her son Solomon (1 Kings 1:16, 17) – it could therefore also be one of the imitations of the Old Testament type of story that we have found in a considerable number of narrative passages in the Gospel. But we can admit, without fearing any disadvantageous consequences for our criticism, that we cannot determine with certainty the form of the original narrative. The analogy with other copies of the Old Testament type of history makes us inclined to decide in favour of the situation which Matthew sets up in the “entrance” of his report – the expediency, on the other hand, which cannot be denied to the immediate direction of Jesus’ answer to the two Zebedees, the fact that the disciples’ subsequent displeasure is based on the assumption that the two ambitious men had addressed their Master personally, must make us waver again and change our minds in favour of the report of Mark.
106 Ueberlassen wir aber Matthäus und Marcus nur immerhin ihrem Streite und sprechen wir es dagegen als unumstößlich gewiß aus, daß der Kelch, auf den Jesus in seiner Antwort die Gläubigen verweist, für sie erst verständlich seyn konnte, als sie das Abendmahl kannten — daß die Taufe, die sie nach seinem Vorbilde bestehen sollen, als der Tod erst von ihnen verstanden werden konnte, als das Bild, wonach die Taufe der Gläubigen ihr Tod und Begräbniß ist, bereits geschaffen war. Let us, however, leave Matthew and Mark to their argument, and on the other hand declare it to be incontrovertibly certain that the cup to which Jesus refers the faithful in his answer could only be comprehensible to them when they knew the Lord’s Supper – that baptism, which they are to undergo according to its model, could only be understood by them as death when the image according to which the baptism of the faithful is their death and burial had already been created.
106/107 Ueberlassen wir auch den Pragmatismus, wonach die Zehne noch nachträglich auftreten und über den Ehrgeiz der Zebedaiden murren, nachdem dieselben bereits zurtchtgewitsen sind, seiner eignen Zerbrechlichkeit und bemerken wir es nur noch, daß die Fülle der Antwort Jesu und die Verweisung auf sein Vorbild, daß er auch nicht gekommen sey, um zu herrschen, sondern um zu dienen, etwas Abschließendes hat und diesen Abschnitt, in dem er seine messianische Bestimmung auSeinandersetzt, angemessen abrundrt. Let us also leave to its own fragility the pragmatism according to which the ten still appear later and grumble about the ambition of the Zebedaides after they have already been defeated, and let us only note that the fullness of Jesus’ answer and the reference to his example, that he also did not come to rule but to serve, has something concluding about it and rounds off this passage in which he sets forth his messianic destiny in an appropriate way.
107 Das Geheimniß seiner Bestimmung ist gedeutet. Jetzt wird er vom Volke als Messias anerkannt «nd gefeiert, als Messias kämpft er mit seinen Gegnern und wird er von ihnen bekämpft — die Scene wechselt — der entscheidende Kampf muß in Jerusalem durchgeführt werden. The mystery of his destiny is revealed. Now he is recognised and celebrated by the people as Messiah, as Messiah he fights with his opponents and is fought by them – the scene changes – the decisive battle must be carried out in Jerusalem.
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